Donnerstag, 12. Januar 2012

So finster die Nacht


• • • Es gibt wenige Film, die ich nahezu vorbehaltlos empfehlen kann, weil sie mich schwer begeistert und und beeindruckt haben. »So finster die Nacht« (Originaltitel: »Låt den rätte komma in«), die 2008 entstandene schwedische Verfilmung des gleichnamigen Romans aus dem Jahr 2004 (deutsche Übersetzung: 2007), ist ein solcher Film.
• • • Erzählt wird die in den 1980er Jahren spielende Geschichte des zwölfjährigen Oskar, der nicht nur in dem neuen Nachbarskind Eli eine Freundin findet, sondern auch herausfindet, dass Eli sich von Blut ernährt. Der Film erzählt dabei nicht nur eine Vampirgeschichte so, »als hätte sich Anne Rice entschieden, eine Geschichte von Astrid Lindgren zu schreiben« (Zitat: Fantasyfilmfest 2008) - man erlebt, wie Oskar seinen ersten großen Schritt zum Erwachsenwerden tut, und welche Auswirkungen ein Vampir auf seine Nachbarschaft haben kann.
• • • Es ist kein Wunder, dass es 2010 ein amerikanisches Remake (»Let Me In«) dieses Stoffes gab: Das Drehbuch wurde vom Autor der Romanvorlage gekonnt selbst entworfen und in faszinierenden Bilder, deren Härte der im Film dargestellten Kälte des Winter entspricht, ohne auf eine fast verstörende Zärtlichkeit zu verzichten. Grandiose, aber bescheidene Kamerafahrten führen nahezu lyrisch durch Szenen, die man in anderen Horrorstreifen zuhauf findet, in diesem Film jedoch sparsam eingesetzt sind.
• • • Dieser Film ist für mich harter Horror, nicht jedoch wegen der moderaten Anzahl an Schock- und Spezialeffekten. Vielmehr bezieht »So finster die Nacht« seine Härte aus den Themen, die der Film anspricht, und der feinsinnig aufgeführten Unerbittlichkeit, mit der Szenen choreografiert wurden. Zwar atmet jede Einstellung eine Atmosphäre, als würde hier ein für Jugendliche geeigneter Film gezeigt werden, doch die deutsche Freigabe ab 16 Jahre ist durchaus angemessen. Faszinierend und zum Nachdenken anregend ist in diesem Zusammenhang die Tatsache, dass der Film in Spanien und der Osthälfe von Kanada ab 13, in Frankreich und Japan gar ab 12 freigegeben wurde (was aber vielleicht auf gekürzten Fassungen zurückzuführen ist).
• • • Wer genug von Kleinmädchen- oder Splatter-Vampirfilmen hat, wer eine toll erzählte Geschichte über Freundschaft und Erwachsenwerden erzählt bekommen will, wer einen richtig tollen Film (IMDB-Bewertung 8,0!) sehen will oder wer wissen möchte, wozu Katzen noch sich richtig dolle nützlich sein können - der sollte »So finster die Nacht« ansehen. Unbedingt. Heute Nacht noch! Allen anderen ... ist nicht mehr zu helfen.

Kommentare:

  1. und wer sich traut ihn anzusehen, am besten bei Schneetreiben.
    Dem Gefühl von Christian kann ich nur zustimmen. Mir geht es genauso mit dem Film/Buch.
    Mein http://www.So-finster-die-Nachtde.

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  2. ...das buch ist eine offenbarung... ich habe es in zweieinhalb tagen ausgelesen und werde es sicher noch einmal in die hand nehmen...den film hab ich noch nicht gesehen...werde ich mir aber auch noch anschauen...nur eben " BEVOR " ich das Buch wieder lese...

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