Dienstag, 10. November 2009

Nathaniel Jackson

• • • Heute Mittag habe ich die Freigabe für den Plot für mein nächstes Stück Schreibarbeit bekommen - eine Kurzgeschichte, die ich am ehesten im Genre »Science Thriller« ansiedeln würde. Gedacht ist die Story als ein möglicher, vermutlicher, hoffentlicher Beitrag zu einer Kurzgeschichten-Anthologie.
• • • Der Name der Hauptfigur, um die es in der Story geht, bereitete mir kurz ein paar nachdenkliche Minuten. Ich habe mich dann für eine Mischung aus einem »Six Feet Under«-Charakter und einem farbigen, von mir gern gesehenen Schauspieler entschieden ... und geboren war Nathaniel Jackson.
• • • Ab heute Abend stehen die ersten Arbeiten an der Kurzgeschichte an. Ein Gespräch zwischen Nathaniel mit seinem Vorgesetzten, sein erster Blick auf eine neue Website im Internet ...

Samstag, 7. November 2009

Jede Menge Arbeit

• • • Inzwischen bin ich wieder einigermassen sortiert - Buchmesse, Award-Gewinn und Lesung: das war schon ein Highlight nach dem anderen. Jetzt habe ich die dringlichsten Buchmessekontakte bearbeitet, die Verleihung des William Voltz Award verdaut und die Lesung liegt auch sehr erfolgreich hinter mir.
• • • Also ist es an der Zeit, endlich wieder richtig an die Arbeit zu gehen. Gerade aus diesen drei zurückliegenden Ereignissen haben sich dabei die Ansatzpunkte für meine nächsten Schritte ergeben. Vier Roman-Exposés will ich erarbeiten, ein bereits eingereichtes Roman-Exposé muss modifiziert und detaillierter ausgeführt werden, eine Kurzgeschichte steht zum sofortigen Scheiben an und ein Roman will begonnen werden.
• • • Das wird mich erstmal ein paar Tage beschäftigen. Was spannend ist, denn bisher habe ich überwiegend ohne »professionellen Druck« gearbeitet. Fühlt sich aber total gut an.

Mittwoch, 4. November 2009

Nachspüren und Weiterarbeiten

• • • Meine erste Lesung in Berlin liegt hinter mir, der Schlüssel zum Nachbarschaftshaus Urbanstrasse ist abgegeben und jetzt beginnt das Nachspüren. Ich erinnere mich an meine Nervosität vor der Veranstaltung, ich fühle noch einmal die Aufgeregtheit beim Vortrag der ersten beiden Texte. Diese »Wieder-hoch-holen« der Empfindungen praktiziere ich immer wieder nach besonderen Momenten in meinem Leben. Ich lerne stets wichtige Dinge beim Nachspüren - oft zwar nur Kleinigkeiten, die aber irgendwann puzzleartig eine bedeutsame Erkenntnis ergeben.
• • • Jetzt gilt es aber auch, nach vorne zu blicken. War durch die Lesung in den letzten Tagen meine Zeit stark hierfür gebunden, so stehen jetzt die nächsten Arbeiten an. So will zum Beispiel eine Kurzgeschichte für eine Anthologie geschrieben werden. Und die Arbeit an einem Roman wartet auf mich.

Montag, 2. November 2009

Lesungsvorbereitungen

• • • Ich sitze mit einem T-Shirt der LFT (Liga Freier Terraner - Begiff aus der PERRY RHODAN Serie) am Schreibtisch und bereite meine morgige Lesung vor. Texte formatieren und ausdrucken, letzte Arbeiten an einem kleinen Programmheft, Texte probelesen und deren Zeitdauer abstoppen, eine »Was darf ich nicht vergessen«-Liste erstellen und an einer Geschichte tatsächlich noch arbeiten.
• • • Es wird meine erste Lesung in Berlin sein - und meine erste »richtig grosse«. Die beiden in Nürnberg waren im Vergleich zu dieser Veranstaltung nicht der Rede wert. Ich freu mich, bin aber auch schweinenervös. Denn: das muss morgen einfach gut werden! Schon allein deshalb, weil ich zwar mit dem gewonnenen WiVo-Award einen Ruf habe, den ich aber auch verlieren kann, wenn ich mich blöd anstelle. Ich will und muss dieser Auszeichnung gerecht werden ... und bin auch meiner Arbeit gegenüber verpflichtet, sie ordentlich und angemessen zu vertreten.
• • • Es steht zu erwarten, dass die Presse aufschlägt und auch Verlagsleute bei der Lesung zugegen sind. Ausserdem kennen viele Besucher kaum einen meiner Texte. Daher liegt die Latte, die ich morgen nehmen mag, durchaus etwas weiter oben. Aber das ist auch gut so. Nix da mit »sich auf den Lorbeeren eines SF-Literaturpreises ausruhen«! Nach der Ehre ist vor der Ehre. Jetzt aber ran an den Speck!

Sonntag, 1. November 2009

Aus dem Tritt

• • • Zuerst habe ich geheult, dann die Neuigkeit aufgeregt weiterberichtet und schließlich nervös eine offizielle Meldung verfasst. Jetzt - 36 Stunden nachdem ich erfahren habe, dass ich den diesjährigen William Voltz Award gewonnen habe - bin ich noch immer gut aus dem Tritt.
• • • Nach einer langen Krankheitsphase war mein Beitrag zu der Kurzgeschichten-Ausschreibung der Familie Voltz das erste Stück Schreib-Arbeit, das ich fertig gestellt hatte. Gerade rechtzeitig, am 31. Juli 2009, sandte ich »Ein Augenblick Unendlichkeit« per E-Mail ein. In der Kurzgeschichte steckt ebensoviel symbolischer Verbeubung vor Willi, der mich immer wieder stark zum Schreiben inspiriert, wie auch eigenes Aufgreifen der Themen, die »WiVo« in seinen Romanen häufig anklingen hat lassen: Einsamkeit, Menschlichkeit, kosmisches Bewusstsein, Weiterentwicklung ...
• • • Für mich ist der Gewinn dieser Ausschreibung ein enorm bedeutsames Ereignis in meiner Autoren-Laufbahn. Ich hab's mir sehr gewünscht, den Preis zu gewinnen - aber ich habe nicht drauf gebaut. Und jetzt hab ich ihn bekommen. S'ist wie ein Traum. Wow!
• • • An dieser Stelle möchte ich mich einfach nur noch bedanken: bei Willi (ohne den ich vermutlich heute nicht schreiben würde), bei der Familie Voltz (speziell Inge und Ralph - die das Andenken an Willi und die Förderung von jungen AutorInnen so toll pflegen), bei der diesjährigen Jury (Hans Kneifel, Klaus Bollhöfener und Dirk Hess - die 58 Einsendungen begutachteten), bei allen Leuten in und um die Bundesakademie Wolfenbüttel (speziell Olaf Kutzmutz, Klaus N. Frick, Andreas Eschbach und posthum Robert Feldhoff - ohne die ich heute nicht so schreiben würde, wie ich schreibe), bei Suzette (für das Lektorat, für die abstrengende Zeit davor und für das Mitfiebern und -freuen), und bei Christian (der meine erste Reaktion auf den Gewinn, mein Heulen, »abbekam«).
• • • Aber: nach dem Preis ist vor dem Preis - weiter geht's! Die nächsten Arbeiten stehen an. In zwei Tagen findet meine erste Berliner Lesung statt und viele Geschichten warten just darauf, von mir erzählt und ausgeschrieben zu werden. Der William Voltz Award 2009 motiviert dabei sehr für die Texte, die noch vor mir liegen.

Freitag, 30. Oktober 2009

Zwei alte, neue Kurzgeschichten für FREMDE WELTEN

• • • Nur noch wenige Tage, dann lese ich erstmals in Berlin. Ich bin aufgeregt und freue mich sehr auf die zwei Stunden mit den hoffentlich zahlreichen Gästen und Zuhörern.
• • • Auf dem Programm standen bislang verschiedene Kurzgeschichten (u.a. »Fremde Welten« und »Ein Augenblick Unendlichkeit« sowie ein Auszug aus »Sie hatten 44 Stunden«, jenem Roman, der bei dem Autoren-Workshop 2005 in Wolfenbüttel entstand (und zu dem ich den Beginn und den Schluß schreiben durfte). Gestern suchte ich zudem »Die Geschichte von Yalec, dem Barden« heraus - ein Fantasymärchen.
• • • Heute dann habe ich noch zwei richtig alte Kurzgeschichten in einem verstaubten Ordner gefunden - die werde ich am vor mir liegenden Wochenende bearbeiten und ebenfalls am Dienstag lesen. Eine davon ist eine kleine Verbeugung an den »Die Schöne und das Tier«-Stoff und eine alte Schwarz/weiss-Verfilmung, die mir bis heute ausnehmend gut gefällt.
• • • Vielleicht hat ja der eine oder andere Leser noch Zeit und Interesse, zur Lesung zu kommen...

FREMDE WELTEN
Eine fantastische Lesung von und mit Christian Kathan

Datum: Dienstag, 3. November 2009
Zeit: Einlass: 19.30 uhr, Beginn 20:00 Uhr
Ort: Nachbarschaftshaus Urbanstraße, Urbanstraße 21, 10961 Berlin
Preis: Eintritt frei !

Unter dem Motto »FREMDE WELTEN« liest Christian Kathan fantastische Texte aus den Bereichen Science Fiction und Fantasy. Erleben Sie Verblüffendes, Befremdliches und Freudiges - gehen Sie mit auf große Fahrt zum Jupiter, lernen Sie Cosimus kennen und entdecken Sie, was es mit den FREMDEN WELTEN auf sich hat!

Donnerstag, 29. Oktober 2009

IDHG: BuCon-Tüte und MOEWIG-SF

• • • In einer Pause der Vorbereitungen zu meiner Lesung am 3. November komme ich endlich dazu, mir die Con-Tüte des diesjährigen Buchmesse-Cons näher anzusehen. Die Tüte selbst ist traditionsgemäss eine PERRY-RHODAN-Plastiktüte. Beim Hineingreffen erwische ich zwangsläufig die ANDROMEDA NACHRICHTEN 227 - tolle Aufmachung, vierfarbiger Umschlag (mit MADDRAX-Werbung auf der Rückseite), 168 Seiten, schöner und einheitlicher Satzspiegel ... was für den (so gar nicht vorhandenen) Schlafzimmer-Bett-Beistell-Tisch. Ich greife wieder in die Tüte: Haribo-Starmix mit Perry-Rhodan-Flyer dran, ein Maddrax-Kuli, jede Menge (fast 10 mm) Werbematerial - letzteres wandert auf den »Guck ich mal in einer stillen Stunde durch«-Stapel. Den Kugelschreiber lege ich zu meiner Kugelschreiber-GiveAway-Sammlung (werde ich ihn jemals verwenden?), der Starmix wird umgehend vertilgt. Njam.
• • • Bei einem der Händler auf dem BuCon habe ich endlich wieder einen Roman erstanden, den ich vor vielen Jahren besessen und gelesen habe: »Es stirbt in mir« von Robert Silverberg aus der Reihe MOEWIG SCIENCE FICTION. Das Buch über einen Telepathen, der parallel zu der »Kraft seiner Lenden« auch seinen ESPer-Sinn verliert, hat mich seinerzeit äusserst fasziniert und daher habe ich mich ganz enorm gefreut, den Roman wieder zu finden und ihn erstehen zu können. Fast neuwertig ist das Taschenbuch. Das Leben ist schon schön!

Mittwoch, 28. Oktober 2009

2000 und 2033

• • • Ich lese relativ langsam, nehme aber sehr oft Lesbares in die Hand - schon allein aus dem Bedürfnis heraus, mit Büchern und Texten umzugehen. Daher möchte ich den Rezensenten dieser Welt in meinem Blog nicht ihre vergnügliche Arbeit wegnehmen, sondern einfach nur berichten, was ich »in die Hand genommen« habe. So lautet dann auch das Label meiner künftigen, unregelmässigen Rubrik hier. Zum Einstieg möchte ich zwei ... äh ... ja, hm ... Textprodukte (doofer Begriff, mir fällt grade nix besseres ein) »präsentieren«.
• • • Aus dem November des Jahres 2000 stammt Exterra 19, das Fanzine des SF-Clubs UNIVERSUM. Beim Durchblättern und Querlesen fällt mir ein Leserbrief von Klaus N. Frick (Chefredakteur von PERRY RHODAN) und der interessant klingende Titel einer BattleTech-Story (»Das Erbe der Geisterbären«) als Erstes auf. Ein Artikel über Astronomie und einer über den SinzigCon 2000 folgen. Ah, und dann eine Story von Uwe Lammers, bei der mir die Begriffe »Ebenen-Tunneler« und »Hüter der Wälder« ins Augen stechen (sind ja auch beide in der Story stets fett geschrieben) ... na, die Geschichte leg ich mir doch mal für ne stille Stunde zur Seite. Eine Rezi von KNF, zwei kurze Artikel, ein Comic (oder so), ein Fragebogen zum Perry-Film (+gähn+), Listen ... okay, das war's. Hm. Das Interessanteste an dieser 56-Seiten umfassenden Fanzine-Ausgabe dürfte für mich also tatsächlich die Story von Uwe sein.
• • • Beim Aufräumen in die Hände gekommen ist mir auch PERRY RHODAN 2033 mit dem Titel »Tod im Türkisozean«. Ah, der Roman ist von Andreas Findig, wie ich beim Aufblättern bemerke (heutzutage ist der Autorenname auch auf dem Cover abgedruckt). Ich blättere weiter und unter den Hauptpersonen des Romans ist »Autsch - Der Kosmologen-Kobold erscheint in vielen Gestalten.« aufgeführt, was mich schmunzeln lässt. Ich blättere weiter durch das Heft, durchquere optisch die Clubnachrichten und finde auf Seite 39 eine Illustration von Michael Wittmann. Gefällt mir. Ein kursiv gedruckter Begriff fällt mir auf Seite 55 ins Auge: »Kathedrale der Träume«. Ein riesiges Gewölbe von überirdischer Schönheit. Wie das wohl aussehen mag? Na, ich glaube, den Roman leg ich auch mal auf meinen Lesestapel...

Dienstag, 20. Oktober 2009

Checklisten

• • • Heute ist der erste Tag nach Frankfurt, an dem ich richtig arbeiten kann. Ich schreibe Dankeschön-Mails, sortiere die mitgebrachten Bücher und Prospekte, erfasse die Informationen der Millionen erhaltenen Visitenkarten und ... schreibe Checklisten.
• • • Was steht als nächster Schritt an, was darf ich nicht vergessen und welche Arbeiten sind zu erledigen? Checklisten sind was tolles. Ich liebe Checklisten. Und ich erstelle derzeit einige von ihnen - eine mit den ganzen Schreibaufträgen und -optionen, eine mit den ganzen Veranstaltungs- und Lesungsanmeldungen, eine mit ganz viel Personenkontakt-Nachfass-Möglichkeiten ...
• • • Dabei fällt mir ein - ich brauch noch einen Einkaufszettel ... das ist auch eine Checkliste. Wurst ist aus, Speck auch, Getränke wären gut ... habe ich erwähnt, dass ich Checklisten liebe?

Montag, 19. Oktober 2009

Eine Woche Euphorie

• • • Derzeit gibt es - nach dem Ende der diesjährigen Frankfurter Buchmesse und des Buchmesse-Con in Dreieich - jede Menge Rückblicke, Berichte, Bilder und Artikel zu diesen beiden Events. Dem möchte ich natürlich in Nichts nachstehen und ebenfalls einige Gedanken meinen geneigten Leserinnen und Lesern mitteilen.
• • • Der Titel dieses Eintrag sagt es schon sehr deutlich: die zurückliegende Woche war eine Zeit der Hochgefühle. Ohne die Hilfe von Volkmar Kuhnle (der mich auf seinem Sofa in Darmstadt schlafen liess) wäre mein Rhein-Main-Besuch nicht möglich gewesen, ich habe unglaublich viele unglaublich tolle und unglaublich motivierende Begegnungen auf der Buchmesse und eine tolle Zeit mit tollen, weiteren Besprechungen auf dem Buchmesse-Con gehabt. Und ich habe eine Freundschaft, die mir sehr am Herzen liegt (die ich aber aus Krankheitsgründen in den letzten Jahren nicht pflegen konnte) erneuern und pflegen können.
• • • Ich bin gestern mit einem wohligen Gefühl, einem dicken Packen Visitenkarten, einigen Schreibaufträgen und jeder Menge Einhakpunkte für meinen künftigen Weg als Autor mit dem Sprinter heim nach Berlin gefahren. Meine eher realistischen und zurückgehaltenen Erwartungen würden mehrfach übertroffen. Hierfür will und werde ich dem Universum tief dankbar sein.

Montag, 5. Oktober 2009

Ablenkungen und Versuchungen

• • • Es gibt unglaublich viele Kleinigkeiten, die mich von dem, was meine Bestimmung ist, abhalten können. Da sind die üblichen »Verdächtigen« wie Fernseh-Gucken oder Computerspiele gar nicht dabei - deren Versuchung widerstehe ich locker und »mit links«. Es sind eher die Widrigkeiten des Alltags, die mir mein Arbeiten immer wieder schwer machen.
• • • Arzt-Termine, die länger dauern oder nerviger sind als geplant - eine nacht, in der man schlecht oder kaum geschlafen hat - plötzlich auftretende Kopfschmerzen - Einkaufen (und dann feststellen, dass man vergessen hat, Geld von der Bank zu holen) ... all diese dummen, kleinen Ereignisse fressen irgendwie ganz fürchterlich Kraft und Energie.
• • • Meine Leistung beim Schreiben liegt also irgendwie immer wieder auch darin, trotz dieser Störungen einige Zeilen pro Tag in den Computer zu bringen. So gesehen bin ich fast täglich verblüfft, was ich dann doch so kann und hinkriege. Da werd' ich auch immer wieder mal stolz - ein Gefühl, dass ich bei keiner anderen Arbeit in dieser Form und Intensität empfinde. Und deswegen ist das Schreiben auch meine Bestimmung.

Sonntag, 4. Oktober 2009

Riesen und Roboter

• • • Aus meiner Sicht als Autor bereitet mir derzeit ungemein Freude, wie an diesem Wochenende Menschen hier in Berlin zueinander sagen: »Hast Du die Riesen schon gesehen?«. Riesen, eigentlich vor Jahrhunderten ausgestorben (???), sind durch ein Projekt einer französischen Künstlergruppe anlässlich des 20jährigen Mauerfalljubiläums wieder unter uns - riesige Marionetten laufen durch die Hauptstadt und verzaubern die Berliner egal welchen Alters. Und plötzlich ist es da, dieses mystische Gefühl in unserer Sprache. »Ich habe die Riesen begleitet« oder »Ich hab der Riesin beim Duschen zugesehen« höre ich und ich bin entzückt. Dieses Einbauen von Fantasie in unsere Sprache - das habe ich so stark und so durchgängig noch nie erlebt. Und ich frage mich: wie können wir das auch künftig erreichen? Wie schaffen wir es, dass viele Menschen sagen »Ich war bei den Feen« oder »Morgen kommen die Zwerge in die Stadt« ... ?
• • • Jetzt hatte ich mir vorgenommen, eine Überleitung zu meiner aktuellen Schreibaufgabe - eine SF-Kurzgeschichte - zu schreiben ... aber irgendwie hat das nicht geklappt. Irgendwas mit der Analogie zwischen den Riesen von Berlin und Robotern. Aber ich lass es einfach. Ja, ein Roboter ist der Hauptheld meiner Story »Ein Licht in dunkler Einsamkeit«. Damit schreibe ich wieder einmal eine Kurzgeschichte, die mich innerlich mit Willi Voltz verbindet - und er fühlt sich gut an. Irgendwie schaffe ich es durch mein Schreiben zur Zeit näher mit Willi verbunden zu sein, als in den ganzen Jahren vorher. Das ist ziemlich toll und gefällt mir unbandig ... und entsprechend geniessen ich meinen Protagonisten, der auf der Suche nach Menschen seine eigene Menschlichkeit entdeckt ...

Samstag, 3. Oktober 2009

Ein Licht in dunkler Einsamkeit

• • • Mein aktuelles Projekt, eine SF-Kurzgeschichte, läuft unter dem Arbeitstitel »Ein Licht in dunkler Einsamkeit« und wird nach »Ein Augenblick Unendlichkeit« ein erneutes Aufgreifen des Themas Alleinsein darstellen.
• • • Einige Elemente der Story entstanden schon vor zwei Jahren (die Hauptfigur der Kurzgeschichte zum Beispiel), andere kamen erst durch eine Ausschreibung (den Storywettbewerb des Corona-Magazins zum Thema Labyrinth) oder erst kürzlich (der Name der Hauptfigur - Danke, Suzette!) hinzu.
• • • Ich werde »Ein Licht in dunkler Einsamkeit«erstmals auf meiner Lesung am 3. November in Berlin vorstellen - und hoffe, die Story dann in einem Magazin platzieren zu können.

Montag, 21. September 2009

Ein großes Kompliment

• • • Dieser Tage erhielt ich von Dr. Bernien, einem sehr belesenen und selbst Lyrik schreibenden Psychologen meiner Kurklinik an der Ostsee, ein richtig großes Kompliment. Er hatte mich gebeten, etwas von mir lesen zu dürfen – und ich sandte ihm „Ein Augenblick Unendlichkeit“ (meinen Beitrag zum diesjährigen William-Voltz-Award) und „Fremde Welten“ (eine 2001 entstandene Kurzgeschichte) per E-Mail. „Ein Augenblick Unendlichkeit“ hatte ihn sehr berührt und ausnehmend stark ergriffen.
• • • Wow, oder? Was will ich eigentlich mehr (ausser 3,5 Mio. Euro und nen Partner zum Heiraten...)? Da liest ein Kollege eine Kurzgeschichte von mir und schenkt mir DIESE Rückmeldung.
• • • Ein solches Kompliment ist wahrlich ein Geschenk. Und eine Bestätigung. Fürs Weitermachen.

Dienstag, 15. September 2009

Extrem-Aufräumen

• • • Ich könnte jetzt ganz viel über meine Kur an der Ostsee berichten. Über das Meer und die Anwendungen, über die anderen Kurgäste und über des Essen - aber das Wichtigste und Grösste, was ich hier erlebe ist, dass ich endlich Extrem-Aufräumen betreibe.
• • • Ich sortiere derzeit die Dateien von drei Computern (meinem alten Festnetz-PC, meinem Laptop und meinem neuen, aktuellen Festnetz-PC) und damit auch meine Kurzgeschichten, Romanentwürfe, Story-Fragmente und Plot-Entwürfe. Ich eliminiere Dubletten (doppelt, teils dreifach vorhandene Dateien) und lösche Unnötiges. Schaffe neue Ordner und fasse die Inhalte verschiedener Ordner identische Themen betreffend zusammen ("Gleiches zu Gleichem"...!).
• • • Parallel räume ich auch mich auf. Meine künftige Berufsausrichtung als Autor und Schriftsteller wird für mich immer besser spürbar und begreifbarer. Ich überdenke viele meiner verinnerlichten Muster und richte mich neu aus. Und ich bereite mich auf die nächsten Monate vor - und damit auch auf die Frankfurter Buchmesse und meine Lesung Anfang November in Berlin. Aber dazu bald mehr ... :-)

Mittwoch, 2. September 2009

Ein Mystery-Katastrophen-Thriller

• • • Aktuell steht ein Film mit NikolasCage in den Regalen der Videotheken: KNOWING. Auf den ersten Blick (zum Beispiel auf den Klappentext) lockt der Streifen mit »Die Welt soll untergehen und ein Zahlencode könnte alles aufhalten«. Klang spannend und ich seh' Mr. Cage auch gern in seinen Hauptrollen. Also nix wie vor die Glotze.
• • • Der Film überrascht angenehm. Dort, wo man die in Hollywood-Filmen üblicherweise transportierten Klischee und Dramatisierungen erwartet, verblüfft KNOWING durch leicht abweichende Handlungsgestaltung und Personendarstellung. Zudem ist die Geschichte wirklich spannend und an einigen Stellen fast ein wenig unvorhersehbar. Es gibt Momente, in denen man diesem Film bzw. seinem Plot wirklich alles zutraut. Das ist toll.
• • • Ebenso toll sind die Spezialeffekte und die darin eingebetteten (vermutlich auch digitalen) Kamerafahrten. Ich hatte nicht mit dieser Ausgefeilheit und Vehemenz optischer Special Effects gerechnet. Entsprechend verblüfft war ich - und enorm unterhalten.
• • • Aber es gibt auch ein paar Kleinigkeiten an KNOWING, die mein uneingeschränktes Unterhalten-Sein verhindern. Zum Beispiel die immer wieder auftauchenden »Flüstermenschen« sehen leider aus wie Edel-Vampir-Kopien aus BUFFY (schwarze Mäntel und blondierte, mit Gel nach hinten geschlumpfte Haare). Und die Tatsache, dass der Film eine 12er Freigabe in Deutschland hat.
• • • Denn: dieser Film ist nicht für Kinder ab 12 Jahren geeignet! Es fliesst zwar kaum Blut, aber es werden brennende Menschen gezeigt. Menschen, die durch Explosionen brennend zu Boden geworfen werden. Menschen, die durch die Luft gewirbelt werden und irgendwo aufprallen und danach regungslos liegen bleiben. Menschen, die von grossen Objekten erfasst und niedergemalmt werden. In KNOWING werden Szenen in faszinierender, aber auch schonungsloser Darstellung gezeigt. Das ist für einen 12jährigen nicht geeignet. Und da es in Deutschland keine 14er Freigabe gibt (die m.E. auch nicht angemessen wäre) und da zuwenig Blut fliesst (die Freigabeneinstufung macht sich meines Wissens ganz arg an »wieviel Blut fliesst« fest), gab es keine 16er, sondern halt die niedrigere Freigabe. Wer auch immer dies liest: bitte Kindern erst ab 15 oder 16 zugänglich machen! Und sich auch dann den Film vorher allein ansehen!
• • • Ich (als 39jähriges Kind) fühlte mich trotz Gel-Vampiren und heftiger Szenen enorm gut unterhalten. Über das Film-Ende kann man geteilter Meinung sein, aber das ist Geschmackssache. Alles in Allem hat der Film mir sehr gut gefallen.

Dienstag, 1. September 2009

Kofferpacken

• • • Kofferpacken ist für mich »nicht ohne«. Was brauche ich denn? Hab' ich auch alles eingepackt? Ach, vielleicht doch ein T-Shirt mehr? Für welches Wetter packe ich denn eigentlich? Lieber doch eine Regenjacke einpacken?
• • • Ich glaube, der Prozess des Kofferpackens spiegelt zum Teil auch die eigene Aufregung und die Erwartungen vor einer Reise. In meinem Fall war mein gestriges Kofferpacken natürlich von Ungewissheit und Anspannung geprägt. Immerhin sind die drei Wochen in Schönberg-Holm an der Ostsee die erste Kur meines Lebens.
• • • So aufgeregt ich bin, so sehr freue ich mich aber auch auf die Zeit. Richtig arg vermissen werde ich Kasimir und Mia, meine beiden Stubentiger (um die sich meine beste Freundin Suzette jedoch liebevoll kümmern wird); trotzdem werde ich die Zeit geniessen und nutzen. Auch uns gerade fürs Schreiben.

Sonntag, 30. August 2009

Die neue TextArt ist da

• • • Gestern lag die neue Ausgabe des »Magazins für Kreatives Schreiben« in meinem Postkasten - die neue TextArt war einegtroffen. Das Cover ziert eine von Worten umkreiste Weltkugel vor blauem Hintergrund.
• • • Spontan habe ich freudig bemerkt, dass ein Interview mit Stephen Baxter Teil des Inhalts ist. Der ist als SF-Autor inzwischen weltweit etabliert und ich mag seine Schreibe.
• • • Diese Ausgabe der TextArt nehme ich mit auf meine dreiwöchige Ostsee-Kur, die am kommenden Donnerstag startet. Da habe ich zwischen Wadenwickeln und Kurschatten was zum Schmökern dabei ... +grins+

Dienstag, 18. August 2009

Der Skorpionkönig der Unterwelt

• • • Und noch eine Filmbesprechung: diesmal »Underworld: Rise of the Lycans«, also den dritten Underworld-Film, der eine Episode vor dem ersten Film erzählt.
• • • Ja, ich habe bewusst geschrieben »eine Episode« und nicht »die Vorgeschichte«, weil die Handlung ein Ausschnitt aus der Vorgeschichte von »Underworld« ist. Dieses Prequel ist schön und ohne grosse optische Schnitzer produziert ... dafür hapert es aber am Plot und an der Handlungsgestaltung.
• • • »Aufstand der Lycaner« heisst der deutsche Untertitel und genau das wird dargestellt - Werwölfe werden von Vampiren in einer nicht näher benannten Vergangenheit an einem nicht näher benannten Ort unterdrückt und brechen aus der Festung der Vampire aus. Das Ganze wird zwar in einem tollen Vampirfestungs-Set inszeniert, aber darüber hinaus gibt es kaum Szenen, die nicht im Studio bzw. der Vampirburg spielen (sicher auch, um das Film-Budget überschaubar zu halten). Ergo läuft die Handlung nach dem Motto »Raus aus der festung, wieder rein (um noch mehr zu befreien) und wieder raus aus der Festung«. Das ist alles gut geschauspielert und auch die Special Effects sind cool (wenn auch nicht so gut wie in den beiden Vorgängern ... da hatten die Macher wohl weniger Geld). Trotzdem wollte sich bei mir keine echte, tiefe Begeisterung einstellen. Irgendwie ist dieser Film in der Underworld-Reihe das, was »The Scorpion King« für die Mumien-Filme ist - nettes Beiwerk, hübsche Szenen, coole Optik, aber für das Underworld-Universum vollkommen unerheblich.
• • • Ich hätte mir neue Elemente gewünscht - auch und gerade handlungstechnisch. Statt dessen erlebe ich schöne Bilder, aber keinerlei Innovation und Erweiterung der Gesamthandlung. Schade, viele Möglichkeiten vertan. Daher: für nebenher mal gucken okay, aber für den Samstag-Abend-Mega-Hammer-Film-Abend nicht geeignet.

Sonntag, 16. August 2009

Krabat

• • • Endlich hab ich »Krabat« gesehen - und was soll ich sagen: ich bin begeistert. Richtig begeistert. Endlich mal ne deutsche Fantasy-Produktion eines deutschen Stoffes mit deutschen Schauspielern auf richtig grandiosem Niveau!
• • • Es ist endlos her, dass ich den Roman von Otfried Preussler gelesen habe - und doch habe ich in jeder Szene innerlich jubiliert. Genau so, ja, so. So setzt man einen Roman um. Punktlandung fürs Skript.
• • • Und dann die Darsteller. Ja, Daniel Brühl ist toll - aber die anderen Schauspieler sind ebenso grandios. »Breathtaking« würde der USAner sagen. Echt, Leute: grosses Kino!
• • • Daher: unbedingt gucken! Kaufen! Krabat-Umsatz machen ... damit wir solche Filme auch künftig erleben dürfen!